Was ist der Verbraucherpreisindex (VPI)?

Alte mechanische Addiermaschine mit leeren Tasten und Papierrolle neben einem aufgeschlagenen, leeren KassabuchKI-generiert
KI-generierte Illustration, kein historisches Foto. Bildnachweis

Der Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt, wie sich die Preise der Waren und Dienstleistungen entwickeln, die private Haushalte kaufen. Die Inflationsrate ist seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland lag der Index 2025 bei 121,9 Punkten (2020 = 100), nach 119,3 im Jahr 2024: eine Inflationsrate von 2,2 %.

Was der VPI misst

Das Statistische Bundesamt beschreibt den VPI so: Er „misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen“. Dafür beobachtet es einen Warenkorb mit rund 700 Güterarten, von Brot über Mieten bis zu Pauschalreisen. Jede Güterart geht mit einem Gewicht ein, das ihrem Anteil an den Konsumausgaben entspricht (Wägungsschema). Der Warenkorb bleibt jeweils rund fünf Jahre gleich. Quelle: Destatis, Erläuterungen zum VPI.

In Österreich berechnet Statistik Austria den VPI. Seit dem Berichtsmonat Jänner 2026 gilt die Basis 2025 = 100. Quelle: Statistik Austria, Verkettungsfaktoren der Vorgängerindizes.

Wie aus dem Index die Inflationsrate wird

Inflationsrate = (Index im Jahr / Index im Vorjahr - 1) × 100. Mit den Werten oben: (121,9 / 119,3 - 1) × 100 = 2,2 %. Für Monatswerte vergleicht man mit demselben Monat des Vorjahres, damit saisonale Schwankungen (etwa Pauschalreisen im Sommer) das Ergebnis nicht verzerren.

Für längere Zeiträume teilt man einfach die beiden Indexstände. Genau so rechnet die Kaufkraft-Zeitmaschine: Betrag × Index(Ziel) / Index(Start).

VPI und HVPI

Neben dem nationalen VPI gibt es den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Er baut laut Destatis auf dem VPI auf und wird methodisch angepasst, damit er zwischen den EU-Staaten vergleichbar ist. Die beiden Raten weichen deshalb meist leicht voneinander ab. Auf dieser Seite nutzen wir für Kaufkraft und Inflation den nationalen VPI, für den Vergleich einzelner Bereiche (Nahrung, Energie, Wohnen) die HVPI-Teilindizes von Eurostat.

Basisjahre und Verkettung

Weil sich Konsumgewohnheiten ändern, wird der Warenkorb regelmäßig erneuert und der Index auf ein neues Basisjahr gesetzt. Alte Reihen enden damit nicht: Statistik Austria führt zum Beispiel den Verbraucherpreisindex I mit Basis 1958 über Verkettungsfaktoren bis heute weiter. 2025 stand er im Jahresdurchschnitt bei 888,8 Punkten, die Preise sind seit 1958 also auf fast das 9-Fache gestiegen. Für Deutschland verketten wir die westdeutschen Reihen vor 1991 mit dem gesamtdeutschen VPI, siehe Methodik.

Was der VPI nicht ist

Der VPI ist ein Durchschnitt. Wer viel heizt, viel Auto fährt oder gerade eine neue Wohnung gemietet hat, erlebt eine andere, persönliche Teuerung. Der Index sagt auch nichts über Einkommen: Ob sich jemand heute mehr leisten kann als 1970, hängt zusätzlich davon ab, wie stark die Löhne gestiegen sind.

Hinweis: Keine Anlage- oder Kreditberatung. Alle Werte beruhen auf amtlichen Statistiken und zeigen die Vergangenheit.

Häufige Fragen

Was ist der Verbraucherpreisindex?

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst laut Destatis die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Seine Veränderung zum Vorjahr ist die Inflationsrate.

Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird laut Destatis auf Basis des VPI mit methodischen Anpassungen berechnet, damit er zwischen den EU-Staaten vergleichbar ist.

Warum gibt es so viele Basisjahre?

Etwa alle fünf Jahre wird der Warenkorb erneuert und der Index auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ältere Reihen werden über Verkettungsfaktoren weitergeführt, damit lange Vergleiche möglich bleiben.