Methodik und Quellen
Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus amtlichen, frei nutzbaren Statistiken oder sind daraus nachvollziehbar berechnet. Die Daten werden mit einem Skript abgerufen, im Projekt gespeichert und beim Bau der Seite eingelesen. Im Browser läuft nur die Rechnung, es werden keine Daten nachgeladen.
Datenquellen und Lizenzen
Namensnennung
- Verbraucherpreisindex Deutschland: Statistisches Bundesamt (Destatis), Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - Version 2.0 (govdata.de/dl-de/by-2-0). Wir haben die Reihen verkettet, siehe unten.
- Verbraucherpreisindex Österreich: Quelle STATISTIK AUSTRIA, lizenziert unter CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0).
- HVPI nach Bereichen: Quelle Eurostat, CC BY 4.0. Wir berechnen daraus prozentuale Veränderungen.
- Leitzinsen und MFI-Zinsstatistik: Quelle Europäische Zentralbank (EZB Data Portal). Die Wiederverwendung ist mit Quellenangabe erlaubt.
- Diskont- und Lombardsatz, Spareckzins, VPI-Monatswerte: Quelle Deutsche Bundesbank, Zeitreihen-Datenbank.
Verkettung der deutschen Preisreihe
Einen Verbraucherpreisindex für Gesamtdeutschland gibt es erst ab 1991. Für die Jahre davor nutzen wir die Indizes für das frühere Bundesgebiet aus dem Statistischen Bericht „Verbraucherpreisindex für Deutschland - Lange Reihen ab 1948“:
- 1991 bis heute: Verbraucherpreisindex Deutschland, 2020 = 100.
- 1962 bis 1990: Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte, früheres Bundesgebiet, angehängt mit dem Faktor 0,695506 (VPI Deutschland 1991 geteilt durch Westindex 1991).
- 1949 bis 1961: Preisindex für 4-Personen-Haushalte von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen, früheres Bundesgebiet, angehängt mit dem Faktor 0,985075 am Überlappungsjahr 1962.
1948 fehlt, weil für dieses Jahr nur ein Durchschnitt des zweiten Halbjahres veröffentlicht ist. Diese Verkettung ist eine Näherung: Sie unterstellt, dass sich die Preise in West- und Gesamtdeutschland bzw. für beide Haushaltstypen im Überlappungsjahr gleich entwickelt haben. Für Zeiträume, die über 1991 hinausreichen, beschreibt das Ergebnis deshalb die Preisentwicklung in Westdeutschland vor 1991 und in Gesamtdeutschland danach.
Das Jahr 2025 und die Monatswerte ab 1991 stammen aus der Zeitreihen-Datenbank der Deutschen Bundesbank, die den VPI von Destatis übernimmt. Wo sich beide Quellen überschneiden, prüft das Abrufskript, dass sie übereinstimmen. Monate, die die Bundesbank als Schätzung kennzeichnet, verwenden wir nicht.
Österreich
Statistik Austria führt den Verbraucherpreisindex I (Basis 1958) über die Verkettungsfaktoren aller Nachfolgeindizes bis heute fort. Wir übernehmen diese amtlich verkettete Reihe mit den amtlichen Jahresdurchschnitten ab 1959 unverändert. Die Jahreswerte ab 1990 gleichen wir beim Abruf mit der Übersichtstabelle „Verbraucherpreisindizes ab 1990“ ab.
So rechnet die Kaufkraft-Zeitmaschine
- Alte Währung in Euro umrechnen: 1 Euro = 1,95583 DM bzw. 13,7603 Schilling (Verordnung (EG) Nr. 2866/98). Ein Betrag in D-Mark oder Schilling ist nur für Jahre bis 2001 möglich.
- Mit dem Verhältnis der Indizes multiplizieren: Wert = Betrag × Index(Zieljahr) / Index(Ausgangsjahr). Ein Jahr steht für den Jahresdurchschnitt, „heute“ für den letzten veröffentlichten Monat.
- Teuerung pro Jahr = (Index-Verhältnis) hoch (1 / Anzahl Jahre) - 1. Kaufkraftverlust = 1 - Index(Ausgangsjahr) / Index(Zieljahr).
Die Inflationsrate eines Jahres zeigen wir, wo veröffentlicht, als amtliche Rate. Sonst berechnen wir sie aus den Jahresdurchschnitten; wegen Rundung kann sie um 0,1 Punkte von einer veröffentlichten Rate abweichen.
Zinsdaten
Leitzinsen der EZB: Änderungstage aus dem EZB Data Portal. Zwischen Juni 2000 und Oktober 2008 war der Hauptrefinanzierungssatz ein Mindestbietungssatz, wir zeigen ihn als durchgehende Reihe. Diskont- und Lombardsatz der Bundesbank: Stand am Monatsende, bis Dezember 1998.
Spar- und Kreditzinsen ab 2003: MFI-Zinsstatistik der EZB, Durchschnitt aller meldenden Banken im Neugeschäft. Jahreswerte sind das Mittel der zwölf Monatswerte. Der Spareckzins 1967 bis Juni 2003 stammt aus der früheren Bundesbank-Zinsstatistik und ist mit der MFI-Statistik nur eingeschränkt vergleichbar (siehe Sparbuch-Zeitreise).
Rechner
- Sparrechner: jährliche Zinsgutschrift, Steuer sofort bei Gutschrift. Deutschland 26,375 % (25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag, § 32d EStG, § 4 SolzG 1995) oberhalb eines frei wählbaren Freibetrags bis 2.000 Euro (Sparer-Pauschbetrag 1.000 Euro je Person, § 20 Abs. 9 EStG). Österreich 25 % bzw. 27,5 % KESt (§ 27a Abs. 1 EStG 1988). Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.
- Kreditrechner: Annuitätendarlehen mit monatlicher Rate, Zins = Sollzins / 12. Keine Gebühren, keine Sondertilgungen. Der Rückblick verwendet Durchschnittszinsen der MFI-Statistik, keine Angebote.
- Sparbuch-Zeitreise: Anlage am Jahresanfang, Zinsgutschrift am Jahresende mit dem Jahresdurchschnittszins, vor Steuern.
Jede Rechenfunktion ist mit Testfällen abgesichert, deren Erwartungswerte unabhängig nachgerechnet wurden.
Was wir bewusst weglassen
- Preise einzelner Produkte (Semmel, Bier, Kinokarte): Dafür gibt es keine frei nutzbaren amtlichen Durchschnittspreise über Jahrzehnte. Stattdessen zeigen wir Preisindizes nach Bereichen.
- Leitzinsen der Oesterreichischen Nationalbank vor 1999 und Sparzinsen in Österreich vor 2014: nicht als frei nutzbare Zeitreihe gefunden.
- Löhne und Einkommen: Die Seite misst Kaufkraft am Preisniveau, nicht am Einkommen.
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